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Bye Südstaaten - das wahre Barbecue kommt vom Hirsch

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Dass ich mich als Grill-Liebhaber immer wieder gerne als großer Fan von Feinkost Jürgen Müller oute, ist ja mittlerweile hinreichend bekannt. Am gestrigen Samstag hatte ich allerdings wieder ein Erlebnis der besonderen Art.

Als ich wie immer mal wieder a) planlos und b) gerade noch so vor Schluss der Öffnungszeiten im Ladengeschäft im Rißweg aufschlug, um eine Auswahl von Bratwürsten und Spießchen für das abendliche Grillen einzukaufen, sollten diese Minuten meinen gerade angebrochenen Tag kulinarisch revolutionieren und den Ablauf des selbigen entscheidend beeinflussen. Meine bis dahin eh verwöhnten Geschmacksnerven sollten sich am Abend entscheidend neu positionieren, meine Nackenhaare bei jedem Bissen erneut um einen Stehplatz raufen, während ich dabei sitze und wie versessen an meinen Daumen nuckle. Neuwahlen mussten her. Unbedingt.

Die entscheidenden Grundlage für das Barbecue - Jürgen Müllers geheimnisvolle Marinade
Saftige Rippenscheiben - stundenlanges Bad im Jürgen Müllers flüssigem Gold
Stunde 1: Barbecue richtig zubereiten heißt viel Zeit zum Garen

In der Fleischtheke blinzelten mich dieses Mal die Rippchen an! Einfache, nackte ungeschminkte Rippchen. Wahrscheinlich waren es die ungewohnt großen Scheiben, die mich faszinierten. Wer kennt sie nicht aus divesen Supermärkten, diese viereckig verschweißten Minivarianten Rippchenchenchen, wahlweise ungewürzt oder aber restlos abgesoffen in einer konservierenden, öigigen Flüssigkeit. Die Rippchen hier, jedes fast tellergroß ließen mich nicht mehr los. Also her damit. Aber wie nun würzen? Da half mir der Chef persönlich auf die Sprünge und zauberte ein Döschen hausgemachte Barbecue-Marinade aus der rückwertigen Zauberküche. Leute, ich weiß jetzt, wie Gold duftet, das war verrückt. Eine fruchtige Süße, ein würziges tiefes Rot, sanfte Rauchigkeit, ein Hauch Whisky (?). Die Rippchen geschultert, das flüssige Gold fest und sanft schützend im Arm ging es ab nach Hause und los gingen die Vorbereitungen.

Schon beim Marinieren des Fleisches (nein nicht ertränken - sanft einpinseln!!!) war die gesamte Wohnung in diesen Duft gehüllt. Immer und immer wieder erhielten die Scheiben weitere Streicheleinheiten, bin der letzte Tropfen der leckeren Marinade aufgebraucht und der Silikonpinsel wieder schubladenrein gestrichen war. So in diesem Bad haben die Schweinchen kurz vorm Verzehr dann noch ein paar angenehme Stunden ihres Daseins.

Stunde 2: Geduldsam bleiben und warten lohnt sich, denn....
... nach Stunde drei haben die Spare Ribs schon die richtige Farbe
Stunde 4: Genusszeit! Die leckersten Spare Ribs-  nicht aus Virginia, nicht aus South Carolina, sondern vom Rißweg am Weißen Hirsch.

Nun heißt es Technik aufbauen! Der Grill musste spontan weichen, etwas angemessen richtiges musste her. Als alter Thüringer habe ich ja zum Glück noch einen Mutzbratenofen hinter dem Kleiderschrank verstaut. Dieser ca. 1/2 Kubikmeter große an fünf Seiten geschlossene Blechkasten dient dazu, mittels offenem Feuer zwei an der offenen Seite angebrachte motorisierte Drehspieße über Stunden zu erhitzen und zu beräuchern, bis die auf selbigen aufgespießten Mutzbratenstücke butterweich durchgegart sind. Mutzbraten hin oder her, das Feuer brannte, die Rippchen kamen auf die Spieße. Das war gar nicht so einfach, sieben dieser Rießenscheiben akkurat ausgerichtet und in würdiger Haltung zu verbauen (man vergesse nicht das füssige Gold ringsherum...). Gut, die Küche renoviere ich dann morgen.

Geduld und in sehnsüchtiger Erwartung, das Feuer schürend (Männer lieben ja sowas), bekamen die Ribs dann Stunde um Stunde eine gewaltig leckere Farbe und Konsistenz. Nicht vergleichbar mit den verdörrten Rippchenchen von manchem Biergartengrill. Herrlich kross außen und saftig innen, ein Traum! Auf dem Teller dann, das erste Mal völlig frei von Dips, Soßen oder Senf, war dieses Essen einfach ein kulinarisches, einzigartiges Highlight. Die Neuwahlen haben dann ich und meine Geschmacksnerven gegen eine einzige Stimme - meiner Küchenwände gewonnen. Kentucky, Du bist entthront. Das weltbeste Barbecue kommt vom Weißen Hirsch!

Lieber Jürgen Müller. Bitte sei so lieb und helfe allen anderen Menschen dieser Welt, neben dem Genuss Deiner leckeren Salami-, Knacker- und Bratwurstvariationen, auch in diese kulinarisch-sinnliche Verzückung zu kommen. Bitte verteile dieses Gold in kleine Gläschen und lass uns immer wieder daran laben. Ja?

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23.01.2010 Straßenfest bei Scheinerts


Die Bäckerei Scheinert lädt am Samstagabend (23.01.2010) gemeinsam mit der Fleischerei Müller wie alljährlich im Januar zum Straßenfest vor der Bäckerei ein. Mit Musik, heißem Glühwein und so mancher Leckerei aus dem


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